Interview mit Birk Alwes

Birk ist Head of HR der HAI Group in Oberösterreich

Unternehmen

Hammerer Aluminium Industries

Unternehmensbranche?

Metallindustrie

MitarbeiterInnenanzahl und für wie viele bist du direkt verantwortlich?

2.000 MitarbeiterInnen, direkt verantwortlich für 14

Deine beruflichen Stationen?

Seit 2015 Hammerer Aluminium Industries Head of HR HAI Group. Zuvor, 2011 bis 2015, bei Red Bull Media House, 2006 bis 2011 Leiter HR Shared Services & HR Controlling bei Loyalty Partner und 2001 – 2006 HR Specialist bei Siemens AG. 

Deine Aus- und Weiterbildung?

Studium der BWL (Schwerpunkt Personal & Finanzwirtschaft) an der FH Rosenheim und University of Hertfordshire

Was findest du an deinem Job am spannendsten?

Es ist die Vielfältigkeit, mit der wir es täglich zu tun haben. Kein Tag ist wie der andere und auch die Mitarbeiter:innen sind unterschiedlich. Dementsprechend ist es wichtig, auf die Bedürfnisse individuell einzugehen. Ich denke, dass es vom Themengebiet und der Breite der Aufgaben nur wenige Rollen gibt, die so vielfältig sind und wo es häufig keine vorgefertigten Arbeitsanweisungen gibt.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen in deiner Rolle als Head of HR?

Ich sehe aktuell zwei große Themenblöcke. Zum einen sind es die aktuellen Krisen, die sich mittelbar bzw. unmittelbar auf die Mitarbeiter auswirken (Corona / Kurzarbeit / Ukraine-Konflikt). Diese Themen belasten die Mitarbeiter:innen und die Personaler:innen müssen Antworten geben, wo sie sich selbst unsicher sind. Zum anderen ist es die digitale Transformation, wo auch HR eine entscheidende Rolle spielen muss. Um erfolgreich zu bleiben, muss sich das Unternehmen verändern und wir müssen die Mitarbeiter:innen auf dieser Reise begleiten.

Welche Rolle spielt HR in deinem Unternehmen?

Bei der HAI spielt HR eine sehr wichtige Rolle. Das war auch die Motivation für meinen Wechsel 2015. Der CEO hat mir bei der Entwicklung der HR Arbeit im Unternehmen freie Hand gegeben. In einem Produktionsunternehmen sind die Mitarbeiter:innen das wichtigste Asset und dementsprechend müssen wir sie auch behandeln. Mittlerweile haben auch die letzten Unternehmen gemerkt, dass der Arbeitsmarkt sehr umkämpft ist und dass man sich um das Personal kümmern muss. Unseren Vorsprung, den wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben, gilt es nun auszubauen.

Welche Fähigkeit würdest du am wichtigsten bezeichnen, wenn du an deine HR-Position denkst?

Eine wichtige Kompetenz ist in meinen Augen das analytische Denkvermögen. Es geht hier darum Trends am Markt zu erkennen und diese dann im eigenen Unternehmen umzusetzen. Gleichzeitig ist es auch die Basis für jede Entscheidung, denn so kann man abwägen, welche Auswirkung die jeweilige Entscheidung hat. Und wer diese hat und die Risiken richtig abschätzen kann wird auch umsetzungsstark sein

Welche neuen HR-Projekte setzt ihr in eurem Team gerade um?

Ein sehr wichtiges Projekt ist die Optimierung der Employee Experience (EX). Wie schaffen wir es die Mitarbeiter:innen so zu motivieren, dass sie langfristig im Unternehmen bleiben. In dieses Projekt fließen viele weitere Personal- aber auch andere Projekte mit ein. Auch die Automatisierung der Produktionsprozesse kann sich optimierend auf die EX auswirken, doch hier muss man die Mitarbeiter:innen abholen und mit auf diese Reise nehmen, damit es auch für den einzelnen positiv ist. Auch hier werde ich meinem Motto nach der Messbarkeit treu, denn natürlich versuchen wir das ganze mit einem Analytics Ansatz auch in Zahlen messbar zu machen.

Welches HR Projekt ist zuletzt richtig gut gelungen? Auf welches abgeschlossene HR-Projekt bist du stolz?

Die Entwicklung des HAI-PADs (dem People Analytics Dashboard) war sicherlich das Projekt, worauf ich sehr stolz bin. Über das HAI-PAD erhalten verschiedene Zielgruppen die für sie relevanten Erkenntnisse schnell und verständlich aufbereitet und können passgenaue Maßnahmen entwickeln. Damit haben wir bei HAI eine Vielzahl von HR-Prozessen optimiert und die Mitarbeitererfahrungen erheblich verbessert.

Wann, wie und warum hast du dich entschlossen, in HR zu arbeiten?

Mein Weg ins Personal war durch einige Zufälle geprägt. Eigentlich wollte ich durch meine Ausbildung zum Bankkaufmann dem Finanzwesen treu bleiben. Mir fiel dann während des Studiums eine Ausschreibung für eine Werkstudentenstelle in die Hände. Dieser Einstieg war dann bei Siemens in der Personalabteilung, wo ich meine Zahlenaffinität in einem Recruiting Projekt anwenden konnte. Der Rest ist dann Geschichte.

Wie würdest du die Kultur deines Unternehmens beschreiben?

Wir sind ein sehr familiäres Unternehmen, wo das Thema Vertrauen sehr wichtig ist. Dementsprechend werden auch Entscheidungen sehr schnell getroffen, um dynamisch agieren zu können.

Über welches Feedback von einer/einem MitarbeiterIn oder einer Führungskraft hast du dich am meisten gefreut?

Über eine Nachricht von einer ehemaligen Kollegin auf LinkedIn, die meine HR Arbeit als vorbildlich bezeichnet hat. Diese ungefragten Rückmeldungen zeigen einem, dass man mit den Themen auf dem richtigen Weg ist.

Welchen Buchtipp oder Podcast-Tipp für HR-Kolleginnen hast du? Was würdest du empfehlen, zu lesen oder reinzuhören?

Ich denke, dass es viele tolle Podcasts gibt, die einem beruflich neue Impulse geben können. Das sind für mich Themen, die auf den erst Blick nichts mit Personal zu tun haben. (Digitale- uns Zukunftsthemen) Als Buchempfehlung kann ich hier die Bücher von Sven-Gabor Janszky nennen (Recruiting Dilemma / So Arbeiten wir 2020 /2025 / 2030) – Auch er hat mittlerweile einen tollen Podcast mit vielen Themen außerhalb von HR.

Was würdest du gerne häufiger tun?

Tatsächlich würde ich mir gerne mehr Auszeiten gönnen, um kreativ neue Ideen zu generieren. Das schafft man nicht im täglichen Arbeitsumfeld, da man immer wieder rausgerissen wird. Wenn ich es nicht schaffe, dann versuche ich diese Entspannung beim Laufen in der Mittagspause.

Wie beendest du typischerweise deine Arbeitswoche?  & Wo arbeitest du am liebsten?

Ich beende die Arbeitswoche am liebsten im „Naschmarkt“, einem Cafe in meinem Wohnort. Das ist für mich mein „Mobile Office“, wo ich die Woche gerne noch einmal Revue passieren lasse und meine Ideen und Aufgaben für die kommende Woche zusammenschreibe. Das wissen auch mittlerweile meine Kinder und besuchen mich dort. 😊

Vielen Dank für deine Zeit und den spannenden Einblick in deinen HR Job!